Der Tauchplatz: Kaltes, dunkles Wasser, imposante Wracks
Die Ålandinseln in der nordöstlichen Ostsee sind ein fast unwirklicher Ort für Wracktaucher. Der niedrige Salzgehalt der Ostsee hält den gefürchteten Schiffsbohrwurm fern, sodass die Holzwracks hier über Jahrhunderte nahezu unversehrt bleiben. Gleichzeitig sorgt das organisch gefärbte, oft trübe Brackwasser für fast vollständige Dunkelheit schon ab wenigen Metern Tiefe – selbst tagsüber. Tauchen bedeutet hier, sich durch ein Archiv maritimer Geschichte zu bewegen, das in permanentem Halbdunkel liegt. Genau in dieser Umgebung muss das FlexDive beweisen, ob es seinem Namen gerecht wird.

Erster Tauchgang
Ein Hauptmerkmal der Lampe ist ihr ergonomisch geformter Goodman-Griff: Die Hand gleitet mühelos durch die Schlaufe, und der Lampenkopf sitzt sicher auf dem Handrücken, ohne dass man ihn ständig festhalten muss. Das macht sich schon beim Abtauchen in die Dunkelheit bemerkbar: weniger Auftrieb, der am Arm zieht, weniger Ermüdung bei längeren Tauchgängen. Beim Abtauchen zu einem der bekannten Holzwracks vor Åland, das in etwa 30 Metern Tiefe im Sediment liegt, schwindet das Tageslicht bemerkenswert schnell. Hier beginnt die eigentliche Bewährungsprobe.

Im Inneren des Wracks: Balken und Flexibilität
Der flexible Lampenkopf, der der FlexDive ihren Namen gibt, erweist sich als überraschend praktisch. Die Leuchte zeigt hier ihre Vielseitigkeit: Zum Signalisieren mit dem Tauchpartner liefert der fokussierte Lichtstrahl klare, unmissverständliche Signale; zur Ausleuchtung enger Laderäume lässt sich der Strahl präzise in die Tiefe richten; und für große Objekte wie eine imposante Ankerwinde ist der Lichtkegel breit genug, um die gesamte Struktur auf einen Blick zu erfassen. Die Farbtemperatur wirkt angenehm neutral, Holzstrukturen und Metallteile behalten ihre natürlichen Farbtöne, was besonders bei Videoaufnahmen von Vorteil ist. Hier erweist sich der Videomodus der FlexDive als echter Durchbruch: Der ausgewogene, weiche und breite Lichtstrahl, der am Handgelenk des Videografen getragen wird, ermöglicht professionelle Ausleuchtung, ohne dass eine zusätzliche, schwere Videoleuchte mitgeführt werden muss.

In den dunkelsten Bereichen, tief im Inneren des Rumpfes, zeigt die Lampe, was sie zu bieten hat: Der Spot-Modus durchdringt das trübe Wasser über mehrere Meter, ohne übermäßig zu streuen – unerlässlich in einem Bereich, wo Schwebstoffe jedes ungerichtete Licht sofort in eine Wand aus milchigem Dunst verwandeln.
Flexibilität
Eine weitere große Stärke der FlexDive ist ihre vielseitige Einsatzmöglichkeit. Je nach Tauchgang kann sie als klassische Taucherlampe verwendet, ohne Halterung am Handgelenk getragen oder mithilfe des passenden Adapters direkt an ein Kameragehäuse angeschlossen und als Videoleuchte eingesetzt werden. So passt sich die Lampe flexibel an jede Aufgabe an, anstatt dass für jeden Zweck ein separates Gerät benötigt wird – ein echter Vorteil für alle, die zwischen Wracktauchen und Videodokumentation wechseln.
Mögliche Verbesserungen
Nicht alles ist perfekt: Bei Wassertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, wie sie in den tieferen Schichten der Ostsee selbst im Sommer häufig vorkommen, war das Umschalten der Modi mit dicken Trockentauchanzughandschuhen nicht immer intuitiv. Ein größerer, besser fühlbarer Schalter wäre hier wünschenswert. Auch das Lampenkabel könnte für unseren Geschmack etwas kürzer sein, um das Manövrieren im Inneren eines Wracks etwas übersichtlicher zu gestalten.

Fazit
Für die besonderen Bedingungen der Wracks vor Åland – absolute Dunkelheit, historische Holzkonstruktionen, oft enge Wrackdurchgänge – überzeugt die FlexDive durch ihre Kombination aus Kompaktheit, starkem Lichtstrahl und der ihr namensgebenden Flexibilität. Ein Beleuchtungswerkzeug, das genau dort brilliert, wo klassische Lampen an ihre Grenzen stoßen – und sich dank seines Videomodus auch als vollwertige Videoleuchte bewährt.
Ich möchte meine Dankbarkeit für das mir entgegengebrachte Vertrauen zum Ausdruck bringen, dieses innovative Beleuchtungskonzept zu testen.
Autor: Steffen Schmitt
Meine Leidenschaft für die Naturfotografie entdeckte ich vor 35 Jahren. Seitdem versuche ich, einzigartige Momente unter Wasser einzufangen und zu dokumentieren.